Impressum / Disclaimer | Datenschutz

Seitenanfang

Folgt uns auf Instagram! Folgt uns auf Twitter! Besucht uns auf Facebook! Pinterest! Newsletter abonnieren!

Anaïs

Zurück

Anais-Artness-Berlin

Anaïs-artness.net-Berlin

Erzähl mal was du machst: Ich habe Malerei und Kulturpädagogik studiert und war immer an Menschen und an Kunst interessiert. Nach dem Studium war klar, Künstlerin werde ich nicht. Während des Studiums habe ich Ausstellungsorganisation gemacht und bin danach nach Basel gegangen und habe Kulturmanagement studiert und die Art Basel mit organisiert. Neben der Kultur hatte ich immer das Gefühl, diese mit der Wirtschaft verbinden zu wollen und kam dann über eine kurze Station in Hamburg nach Berlin und arbeitete dort als VIP-Relations Manager bei der Kunstmesse artforumberlin. Nach eineinhalb Jahren wurde die Messe dann abgesagt und für immer eingestampft.

Meine erste Tochter kam zur Welt, und ich überlegte, was ich nun machen möchte. Noch einmal in den Kulturbereich und gaaanz viel arbeiten für gaaanz wenig Geld war für mich nun keine Option mehr. Ich habe mein zweites Kind bekommen und währenddessen für einen Therapeuten in der Schweiz gearbeitet und konnte von zu Hause die Arbeit erledigen. Das hat mir oft durch Phasen geholfen, in denen ich das Gefühl hatte „nur“ noch Mutter zu sein.Über Freunde lernte ich später David, meinen jetzigen Geschäftspartner kennen. Er kommt aus Australien und hat dort viele Jahre das Sponsoring für die Australische Oper betreut. Er kam vor acht Jahren nach Berlin, hat hier die Liebe seines Lebens gefunden und ist geblieben. Wir waren beide an dem Punkt, uns beruflich weiter entwickeln zu wollen. Immer wieder kamen wir dabei auf unsere Leidenschaft, die Kultur zurück, gepaart mit dem Gedanken, dass es doch Möglichkeiten geben müsste, die Digitalisierung für die Kulturfinanzierung zu nutzen und gleichzeitig Unternehmen vom Mehrwert von Kultursponsoring-Partnerschaften bzw. #CorporateCulturalPartnerships zu überzeugen. Die Kulturfinanzierung ist und bleibt ein grosses Thema. Gleichzeitig stehen Unternehmen verstärkt unter Druck ihre Zielgruppe individuell und zielführend anzusprechen. Gerade Kultur bietet da eine gute und starke Möglichkeit um emotionale Bindung zur Zielgruppe aufzubauen. Aus diesem Gedanken heraus haben wir im September 2016 das Matching Portal artness.net - Dating Plattform for Arts and Business gelauncht.

Ihr sucht also die Partner aus der Wirtschaft, mit denen ihr euch Kooperationen mit der Kultur vorstellen könntet und verbindet die beiden miteinander? Genau, bei einem Museum beispielsweise schauen wir, welche Ausstellung gezeigt werden soll. Ist es zeitgenössische Kunst in Berlin? Dann überlegen wir, welche Wirtschaftsunternehmen passen da sowohl thematisch und strategisch dazu. Banken und Versicherungen sind natürlich die, die immer gern genommen werden, aber das kann man pauschal nicht immer so sagen, da muss man wirklich genau schauen, wo die Schnittmengen und Synergien sind. Und da sich nicht jeder eine Agentur leisten kann die das übernimmt, gibt es artness.net.

Und die Partnerschaft mit dem Museum wird dann gesponsert? Ja. Im Idealfall wird genau geschaut, was braucht die Kulturinstitution vom sponsor und was der Sponsor von der Kultur bzw. was kann die Kultur dem Sponsor als Gegenleistung bieten. Früher war das z.B nur ein Logo. Eine reine Logopräsenz ist aber nicht mehr interessant. Damit so eine Partnerschaft funktioniert, muss wirklich genau nach den Problemen und Bedürfnissen der Partner geschaut werden.

Mag das die Kultur? Das ist unterschiedlich. Da muss noch sehr viel Aufklärungsarbeit gemacht werden. Das eine Problem ist, dass die Kultur Angst hat, dass ihnen reingeredet wird oder daß die Unternehmen Einfluss nehmen wollen auf das Programm. Wir sehen das nicht so, die Unternehmen wollen ja die Kulturinstitution sponsern wie sie ist. Aber es gibt auch Institutionen die machen tolle Kooperation und habe da keine Probleme Partner zu finden. Es gibt aber auch Institutionen die dann meinen, wenn jemand sie toll findet, dann kann er gerne finanzielle Mittel zur Verfügung stellen ohne etwas dafür zu verlangen. Und so funktioniert das eben nicht. Nur Geld geben ist kein Sponsoring.

Was ist für Euch jetzt die größte Herausforderung? Wir sehen im Mittelstand ein großes Potential. Mittelständische Unternehmen sind oft sehr innovativ und ortsverbunden. Sie engagieren sich gerne und sind mit ihren Mitarbeitern vor Ort stark verbunden. Das erste, woran Unternehmen immer erst denken, ist normalerweise Sportsponsoring. Wir finden, dass die Kultur dort auf jeden Fall auch einen Platz hat. Wir sind ja aber auch erst ein Jahr alt! Ich stelle mich der Herausforderung mit meiner Familie und meiner Selbstständigkeit. Ich möchte natürlich auch so viel Zeit wie möglich mit unseren Kindern verbringen und ihr Leben mitgestalten und nicht alles abgeben.

Es muss ja auch nicht immer das eine oder das andere sein, oder? Genau, die Selbständigkeit ist gerade ideal um meinen Beruf und meine Familie zu verbinden. Genauso, wie ich das haben möchte.

Wie viel Kunst oder Kultur findet denn in Deiner Familie statt? Als meine erste Tochter noch ganz klein war habe ich sie mir einfach ins Tragetuch gespannt und bin mit ihr zu Kunst-Eröffnungen gegangen. Dann gab es eine Zeit, da war es weniger. Gerade wird es wieder mehr.Von Berufswegen war es immer ganz normal. Da war ich ständig auf Ausstellungen oder Eröffnungen oder viel im Museum. Auch Theater und Ballett finde ich toll. Ich habe mal als Statistin in der Oper gearbeitet. Super, so hinter den Kulissen. Neulich waren wir auf einem Hauskonzert und meine vierjährige Tochter saß eine Stunde lang still auf meinem Schoß und hat zugehört. Du hast richtig gesehen wie bei ihr auch etwas passierte.

Für mich gehören aber auch Essen und gute Gespräche zur Kultur. Wir denken immer nur an die Hochkultur, wo man ins Theater oder Museum geht. Kultur ist für mich auch, dass man das Leben pflegt. Kleidung ist auch ein großes Thema. Christiane Arp, Chrefredakteurin der Vogue habe ich bei einer Veranstaltung in Berlin gehört und sie sagte, dass sie dafür kämpft, dass Mode als Kultur anerkannt wird. Meine Mutter ist Schneiderin und hatte immer die Vogue oder die Elle zuhause. Ich habe es geliebt mir diese Bildstrecken anzusehen. Diese Bildästhetik gepaart mit schöner Kleidung.

Wenn Du die Kultur öffnest, bietet sie viele Möglichkeiten und Chancen, aber wie stark ist da die Angst vor der Kommerzialisierung? Wir machen uns alle immer Sorgen, dass der Nachwuchs nicht an die Kultur herangeführt wird. Wenn Kultur aber immer auf so eine elitäre Höhe gesetzt wird, muss man sich nicht wundern. Es werden heute viele Veranstaltungen, wie Opern oder Konzerte nach draußen übertragen, sozusagen eventisiert, was natürlich im Kulturbereich teilweise auch negativ gesehen wird. Aber wenn wir die Kultur einfach ein bisschen öffnen, nicht kommerzialisieren, kann es nur positiv sein.

Was zieht man eigentlich auf einem kulturellem Event an? Kleidung kann Dir Stärke verleihen. Du gehst nicht in einem Ballkleid schlafen und mit deinem Schlafanzug auf einen Ball oder ins Theater. Bei Kultur ist es unterschiedlich. Es ist immer die Frage wohin ich gehe. Ich würde mich unwohl fühlen, wenn ich in einer Jogginghose in die Oper gehe. Für mich ist das ein besonderer Anlass. Wenn ich auf eine Berliner Vernissage oder zu Art Basel gehe, kannst Du eigentlich alles anziehen.

Wie würdest Du denn deinen Style beschreiben? Zur Zeit fühle ich mich in klaren Schnitten, ohne viel Schnickschnack am wohlsten.

Style verändert sich ja auch! Ja total, ich habe gerade das Gefühl, dass es bei mir so ist. Speziell nach dieser Mutter-zuhause-Zeit. Ich genieße es sehr mir Gedanken über meine Kleidung zu machen und mich so anzuziehen, dass ich mich wohl fühle. Einfach nur ein T-Shirt, da fühle ich mich einfach nicht wohl. Das meine ich, wenn ich sage, dass Kleidung Stärke verleihen kann oder eben auch Unsicherheit hervorrufen kann. Unglaublich, oder? Für mich hat Kleidung ganz viel damit zu tun, wie ich mich gerade fühle. Ich ziehe mich gerne schön an. Und meine Absätze werden gerade wieder höher.

Mit welchem Teil fühlst du Dich immer gut gekleidet? Mit einem Kleid. Ich habe zwei, die ich besonders oft trage. Ein schwarzes Wollkleid und ein blaues Kleid in A-Linie von COS. Einfach drüberziehen und schon fühle ich mich gut angezogen. Und dann kann ich das je nach Anlass mit Accessoires ergänzen. Damit bin ich in jeder Situation gut angezogen. Ganz neu habe ich ein rotes Kleid. Das erste Mal, dass ich mir ein Kleid in so einer Knallfarbe gekauft habe. Ich denke, auch dass hat ganz viel mit meinem Job und mit der Unternehmensgründung zu tun.

Wo kaufst Du denn gern ein? Ich bin eine totale online Shopperin aber das wechselt gerade. Mir ist das Thema Nachhaltigkeit wichtig geworden. Fragen nach der Produktion und Herkunft. Manche Dinge kann ich einfach nicht mehr vertreten. Deswegen versuche ich gerade meinen Konsum etwas zurückzuschrauben. Mein neues Kleid ist von hessnatur Das was die machen, gefällt mir. Und lustig ist es auch. Meine Mutter hat uns schon als Kinder entweder in Selbstgenähtes oder in Wolle-Seide und Klamotten von hessnatur gekleidet.

Wie sieht ein Tag aus, an dem Du nur an Dich denken darfst? Wenn ich es mir aussuchen dürfte, würde ich sofort nach Hamburg zur Strandperle fahren, mit einem Wein auf die Elbe gucken. Ein Buch in der Tasche oder noch spontan eine Freundin anrufen. Das ist perfekt.

 

 

Zurück