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Lisa-Amelie-Generation Y

Lisa & Amelie Studentin und Social Media Managerin // Generation Y

Erzählt mal was Ihr macht? Lisa: Ich studiere im Masterstudiengang Unternehmenskommunikation. Ich möchte danach in einem Unternehmen mit Influencern arbeiten, nicht in einer Agentur. Ein Modelabel, wie z. B. about you, würde mich sehr interessieren. Sonst mache ich nicht viel außer Sport.

Amelie: Ich arbeite in einer  Agentur für Influencer Marketing und bin Junior Social Media Beraterin, bis Oktober, dann ohne den „Junior“. Neben der Beratung betreue ich die Unternehmenskommunikation für die einzelnen Kanäle. Außerdem mache ich Sport, reise gern und treffe Lisa.

Seid Ihr schon lange befreundet? Lisa: Nein. Wir haben uns am Flughafen kennengelernt, als wir eine Promotion für Chanel gemacht haben. 

Amelie: Es war Liebe auf den ersten Blick. Ich habe Lisa gesehen und wusste, die ist cool. 

Eure Generation nennt man auch als Digital Natives, macht ihr Euch Gedanken darüber, was bedeutet das für Euch? Lisa: Es kommt darauf an, wie wir damit konfrontiert werden. Wir denken sehr viel drüber nach, weil es unser Job ist, Amelies noch mehr als meiner. Wir hängen nur an den Handys, checken was unsere Lieblingsbloggerinnen machen und wie wir ihnen nahe sein können. Ich habe neulich das Auto meiner Lieblingsbloggerin Farina Opoku von Novalanalove in der Stadt gesehen und habe eine Stunde auf sie gewartet. Leider kam sie nicht und mir wurde es dann zu kalt. 

Amelie: Man ist immer online, immer. Es ist eine Berufskrankheit. Dadurch, dass ich beim Job 24/7 damit beschäftigt bin, nehme ich das mit nach Hause. Und bei der Arbeit bin ich damit beschäftigt, weil ich mich um Kampagnen kümmern muss. Ich bin 24/7 bei Instagram unterwegs oder bei anderen Plattformen, manchmal geht es mir total auf die Nerven. 

Was machst Du dann? Ich ärgere mich, lege es aber nicht weg. Ich erwische mich oft dabei, daß ich das Handy durchgehend benutze. Gestern Abend habe ich bei Lisa geschlafen, wir lagen im Bett und waren mit den Handys beschäftigt. Ich fahre jetzt neuerdings mit der Bahn zur Arbeit, damit ich mehr am Handy sein kann, mehr lesen, was so passiert. Gibt’s doch nicht, oder? Ich habe mir geschworen, ab nächster Woche das Handy wegzulegen und ein Buch oder eine Zeitschrift zu lesen.

Wie habt ihr Eure Kindheit in Erinnerung? Waren technische Spielgeräte sehr präsent?  Lisa: Wir sind noch die letzten Kinder, die damit nicht aufgewachsen sind sondern mit aufgeschürften Knien und mit Benjamin Blümchen Kassetten. In unserer Pubertät wurde es dann immer mehr, auch mit den Handys.

Amelie: Ich hatte damals den ersten PC mit Windows 98. Da fing es bei mir an, ich setzte mich abends hin, um Geschichten zu schreiben oder andere Texte. Danach bekam ich mein erstes Handy und fand mich richtig cool.

Wann durftet Ihr das erste Mal auf eine soziale Plattform? Lisa: Früh, mit 11, bei Knuddels. 

Amelie: Ich auch. 

Lisa: Da gab es nicht einmal Profilbilder. Man hat sich mit irgendeinem ausgedachten Namen angemeldet und dann mit wildfremden Leuten geschrieben. Danach kam ICQ, das war auch schon früh. In der 6. Klasse hatte ich ICQ und ich kenne sogar noch meine Nummer. Falls mich jemand adden will…

Ihr trefft Euch mit Freunden und das Handy bleibt in der Tasche? Ist das ein denkbares Szenario?

Lisa: Ja, wenn ich mich mit meinem Freund treffe. 

Amelie: Auf jeden Fall bei Oma und Opa. Und bei meinen Eltern, ansonsten liegt es immer auf dem Tisch und ich gucke mal nach. Das ist es auch, was mich manchmal stört. Aber ich mache nichts dagegen. Ich glaube das nennt man Abhängigkeit.

Lisa: Mein Freund Lasse ist der Einzige, der mich ermahnt. Und er ermahnt mich oft.

Wenn man euch bei einer Party bittet, das Handy abzugeben? Beide: Dann ist das völlig ok, wenn ich weiß, daß es sicher verschlossen wird.

Viel Handykonsum auf der einen Seite, gleicht ihr das an anderer Stelle aus? Lisa: Ich glaube, daß unsere Generation wieder zurück kehrt zu den alten Werten. Mir ist das ganz stark in der  Ernährung aufgefallen. Ich gehe lieber zu Edeka als zu Aldi. Bei Edeka gibt es so fancy Sachen z.B. Gurkenlimo. Wir legen sehr viel Wert auf Qualität und weniger auf Quantität.

Amelie: Das hat auch etwas damit zu tun, daß wir früher die Geraration waren, die im Regen draußen spielen musste. Alle die jetzt kommen, haben das oft anders erlebt.

Wie ist das mit Klamotten. Wie bei der Ernährung auch? Qualität statt Quantität? Lisa: Ich habe von meiner Mutter gelernt, auf eine gute Mischung zu achten. Einige hippe Teile, die auch viel Geld kosten dürfen und die Basics bei H&M kaufen. Bei Kleidung, Taschen und Schuhen ist mein Motto auf jeden Fall: Mehr ist mehr.

Und bei Dir Amelie? Mein Kleiderschrank ist halb so groß wie Lisas. Wenn nicht sogar kleiner. Ich shoppe nicht mehr so gern wie mit 16. Ich habe nur samstags die Gelegenheit und da ist es mir zu voll. Onlineshopping ist auch eine Möglichkeit, aber oft passt es nicht und muss zurück geschickt werden. Also kaufe ich spontan und sehe es wie Lisa: Die Mischung macht es.

Wie steht es mit Fair Fashion? Lisa: Ich weiß was das ist, aber ehrlich gesagt achte ich da nicht so drauf. Amelie: Ich auch gar nicht.

Was glaubt ihr, warum das so ist? Lisa: Um mein Gewissen ruhig zu halten. Ich habe nicht unbedingt ein schlechtes Gewissen wenn ich bei H&M kaufe,  aber wenn ich mir Sommerschuhe bei Primark kaufe, frage ich mich selbst, ob das sein muss. Aber ich will keine 50,- Euro Sandalen auf Mallorca ablaufen. Dann lieber die für 5,- Euro.

Die du dann auch wegwirfst? Ja, aber dann ist das Verhältnis zwischen Geld und Ware nicht so große, oder?

Ist das eine finanzielle Entscheidung? Einiges darf ja durchaus mehr kosten hast Du gesagt? Ja stimmt, aber ich habe keine Ahnung ob das Fair Fashion ist oder nicht. 

Was müsste denn passieren, damit das für Dich interessant ist und Dich anspricht? Amelie: Ich verbinde mit Fair Fashion meine Erinnerung an eine frühere Arbeitskollegin, die ganz komisch rumgelaufen ist. In wilden, gemusterten Hosen aus Leinen oder Flatterstoff. Das war alles Fair Fashion, aber in meinen Augen viel zu teuer und nicht schön  Ich verbinde damit Leinenklamotten. Wenn es etwas gäbe, was die jüngere Generation mehr anspricht, dann würde es bei mir auch "klick" machen. Aber momentan verbinde ich damit nichts, was Stil hat.

Tauscht Ihr denn untereinander Kleidung oder leiht euch was? Würde es mit der Größe besser passen, ja. Manchmal schenken wir uns was, wenn uns etwas selber nicht mehr gefällt.

Sind Euch Fair Fashion Label bekannt? Aus Hamburg oder online: Jan ´n June, Bridge & Tunnel, Blackvelvetcircus, Folkdays, ninetofive,  the reformation und all die tollen Marken? Lisa: Nein, die kennen wir alle nicht. Kein einziges! Wir hatten auch noch nie Berührungspunkte mit den Marken.

Amelie: Vielleicht müssen die mehr Social Media Arbeit leisten, sich einen Influencer nehmen oder mit Influencern zusammen arbeiten?

Und in Eurem Freundeskreis, oder bei der Uni und der Arbeit? Amelie: Nein gar nicht. Das ist komplett kein Thema. Eigentlich schade, oder? In der Nachfolge Generation, da ist es schon Thema. Ich habe zwar mal ein Video gesehen mit einer Bloggerin, die in eine Fabrik gegangen ist. Das war ziemlich hart. Da musste ich schlucken und hatte ein schlechtes Gewissen.

Lisa: Wir folgen auch ganz anderen Leuten. Xenia Overdose, Novalanalove, Caro Daur, Melina lesecret und den ganzen. Das ist übrigens auch das Thema meiner Masterarbeit. Mein Feed ist von Fair Fashion Themen gar nicht betroffen. Ich sehe das nicht. Ich habe aber das Gefühl, wenn ich mir meinen Freundeskreis anschaue, besonders der ländliche, das diese Themen gar nicht bei denen ankommen.

Wofür gebt ihr denn gern Geld aus? Lisa: Ich investiere gern Geld in Kosmetik. Mehr als in Klamotten. Amelie: Ich mehr in Essen.

Lisa: Stimmt, ich auch mehr in Nahrungsmittel als in Kosmetik. Essen steht ganz oben. Noch vor Kleidung. Ich gehe lieber schön essen, als mir eine Hose zu kaufen.

Amelie: Bei mir ist es nicht nur schön essen zu gehen. Da ich seit zwei Jahren vegetarisch lebe und mich damit auch auseinander setzte, schaue ich genau was ich wo kaufe. Das kostet dann auch mehr Geld. Letztens habe ich mir einen Detox Tee für 50,- Euro gegönnt. Habe den Tee bei einer Influencerin gesehen, ausprobiert und richtig gute Erfahrung gemacht. Ich weiß jetzt, dieser Tee ist gut für mich. Und hat Qualität.

Lisa:  Es gibt nichts besseres, als aus der Uni nach Hause zu kommen und sich ein richtig leckeres und hochwertiges Essen zu machen. 

Wie wichtig sind Brands für Euch? Lisa: Kommt drauf an, bei Schuhen wichtig, da ist auch die Frage, ob es Sneakers oder Stiefel sind? Da fixt mich mein Freund an, der ist total Sneakers verrückt. Manchmal stellen wir uns morgens um 4.00 Uhr an, um ein Paar Turnschuhe zu bekommen. Bei Hosen und Oberteilen sind mir Marken nicht so wichtig.

Wie wichtig sind Euch Job und Karriere? Lisa: Sehr wichtig. Das ist mir im Moment fast schon zu wichtig.nbsp]

Warum? Weil ich, wenn das so weitergeht, Freunde und Familie vernachlässige.

Amelie: Ich strebe an selbstständig zu werden. Ich bin eine Macherin und wenn ich mich für etwas begeistere, dann geht das schnell mit dem vernachlässigen. Ich möchte später mein eigner Boss sein.

Wie leben Lisa und Amelie in 15 Jahren? Lisa: Kinderlos, auf einem Management Posten. Es ist doch so, entweder ich werde meine Karriere vernachlässigen oder meine Kinder. Ich kann nicht in beiden Sachen 100% geben. Entweder ich sehe meine Kinder nicht, oder nur wenn wir in den Urlaub fahren. Ich kenne das doch alles von zuhause. Ich glaube man nimmt das so mit.

Amelie: Ich kann das nicht sagen wo ich dann bin. Ich möchte einen Job haben, aber auch super gern Mutter sein. Einen Jungen und dann ein Mädchen, aber weiterarbeiten. Sonst kannst Du ja deine Familie nicht ernähren.

Das ist wichtig? Beide: Ja, auf jeden Fall. 

Lisa: Das ist das mindeste, was man erreichen muss.  Wenn man sich trennt und Kinder hat, müssen beide unabhängig sein können und ein gutes Leben führen können.

Amelie: Ich kann mir gar nicht vorstellen, jetzt Kinder zu bekommen. Aber in einigen Jahren richtig gerne. Dann, wenn ich mich auch finanziell in der Lage fühle Verantwortung für meine Familie übernehmen zu können.

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